Spirituosen ABC

Die Kunst des Destillierens

Das Obst
Die Qualitätsbestimmung beginnt bereits beim Obst. Nur die aromatischsten und besten Früchte kommen für die Destillation in Frage. Im ersten Schritt wird die Maische hergestellt. Dazu wird dem zerstoßenen Obst Hefe zugefügt, wodurch es zu gären beginnt.

Das Brennen
Ist die Gärung abgeschlossen wird die Maische in großen Brennbehältern zum Kochen gebracht. Alle flüchtigen Bestandteile (Alkohol, Wasser und Aromen) lösen sich in Form von Dämpfen aus der Maische. Die Dämpfe steigen nach oben in ein Kühlrohr, an dem sie kondensieren und als frisches Destillat am Ende des Kühlrohres aufgefangen werden.

Das Verfeinern
Nach dem ersten Brennvorgang erhält man den sogenannten Rohbrand. Dieser wird ein zweites Mal destilliert, wodurch sich der Alkoholgehalt erhöht und der Rohbrand gereinigt wird. Das Ergebnis wird Feinbrand genannt.

Die Lagerung
Alle Brände müssen nach der Destillation für mindestens drei Jahre lagern um auszureifen. Steinobst mindestens fünf Jahre! Durch Lagerung im Fass erhalten die Brände eine feine aromatische Holznote und bekommen eine leichte Färbung.

Die Abfüllung
Vor dem Abfüllen werden die ausgereiften Brände mit klarem Quellwasser auf Trinkstärke reduziert. Je reiner und hochwertiger das Wasser ist, desto besser für das Endprodukt. Danach ruhen sie nochmals, um sich harmonisch zu verbinden.

Unser Spirituosen ABC erklärt die wichtigsten Fachbegriffe rund um die Welt der Spirituosen.

Spirituosen ABC

Brennblase In der Brennblase wird die vergorene Fruchtmaische zum Destillieren erhitzt. Eine durchschnittliche Brennblase ist kugelförmig, beeinhaltet ca. 500 Liter und besteht meist aus Kupfer.
Feinbrand Nach dem ersten Destillieren der Fruchtmaische spricht man von Rohbrand. Wird der Rohbrand erneut destilliert, spricht man von Feinbrand. Der Alkoholgehalt wird hierdurch gesteigert und der Rohbrand gereinigt.
Filtration Vor dem Abfüllen der Brände werden sie noch abschließend gefiltert, um Schwebeteilchen zu entfernen.
Gärung Zucker wird mit Hilfe von Hefe in Alkohol und Kohlendioxyd umgewandelt.
Lagerung Die fertigen Brände werden in Edelstahl-, Ton- oder Holzfässern gelagert, um die Qualität bzw. das Aroma zu verbessern.
Likör Schnäpse mit einem Zuckergehalt von mindestens 100g/Liter bezeichnet man als Liköre. Der Alkoholgehalt liegt normalerweise zwischen 15 bis 40% vol.
Maische Die Früchte werden nach der Gärung als Maische bezeichnet.
Rohbrand Nach dem ersten Brennen und Destillieren der Maische erhält man den Rohbrand.
Schlempe So nennt man die verbleibenden Reststoffe im Brennkessel nach dem Destillieren.
Sherry Eine besondere Weinsorte, die nur aus einem ganz bestimmten Gebiet Spaniens kommen darf. Es handelt sich meist um Trauben der Rebsorte Palomino Fino. Der Alkoholgehalt liegt bei ca. 14,5 bis 15,5 % vol.
Vol Ist die Abkürzung für Volumeneinheit. Sie bezeichnet die Angabe der Alkoholstärke in Raumhundertteile. 1% vol entspricht also 0,01 l purem Alkohol in einem Liter Flüssigkeit.